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ElevaStudienstrategie
Erstgespräch
Studium und KI

Was soll mein Kind angesichts von KI noch studieren?

Die ehrliche Antwort beginnt mit einem Eingeständnis: Das weiß niemand. Auch die nicht, die es beruflich wissen müssten. Prüfen lassen sich dafür vier Merkmale eines Studiengangs — sie stehen in der Studienordnung, im Zugangsrecht und in den Haftungsregeln.

Dr. Alexander Groß · Promovierter Bildungsforscher · Eleva · Veröffentlicht am · Stand 19. September 2026 · Lesezeit etwa achtzehn Minuten

Wenn Sie nur drei Minuten haben

  • 01Prognosen zu einzelnen Berufen treffen nicht ein.2016 riet Geoffrey Hinton öffentlich davon ab, weiter Radiologen auszubilden — in fünf Jahren sei die Sache erledigt. Zwischen 2010 und 2022 stieg die Zahl der Radiologen in den USA um zwölf Prozent gestiegen, die Zahl der Weiterbildungsplätze um ein Drittel. Hinton hat den Irrtum eingeräumt. Wer Ihnen heute eine Liste sicherer Berufe vorlegt, rechnet mit derselben Methode.
  • 02Vier Merkmale lassen sich dagegen nachschlagen.Wie breit die Grundlagen eines Studiengangs sind, ob der Berufszugang gesetzlich geregelt ist, was nach dem Bachelor anschlussfähig bleibt, und ob am Ende ein Mensch persönlich haftet. Das steht in Studienordnungen, im Zugangsrecht und in den Haftungsregeln der Berufe.
  • 03Verändert hat sich bisher der Berufseinstieg.Nicht die Zahl der Berufe ist gesunken. Gestiegen ist die Schwelle, über die Berufsanfänger kommen müssen — also genau die Stelle, an der Ihr Kind in einigen Jahren steht.
  • 04Ob überhaupt studieren, ist die falsche Frage.Ohne qualifizierten Abschluss ist die Arbeitslosenquote rund sechsmal so hoch. Offen ist nicht, ob Ihr Kind studieren soll — sondern welche Studienform zu ihm passt.

Was Sie damit heute Abend tun können: Legen Sie die Studiengänge nebeneinander, die bei Ihnen zur Debatte stehen, und gehen Sie die vier Merkmale durch. Das dauert einen Abend und bringt Sie weiter als jede Prognoseliste. Wo Sie dabei ins Stocken geraten, sprechen wir darüber — das Erstgespräch kostet nichts.

01 · Die Radiologen-Prognose

Der teuerste Ratschlag der jüngeren KI-Geschichte

Die Frage erreicht mich in fast jedem Erstgespräch, meist gegen Ende und oft in gedämpftem Ton, als sei sie unhöflich: Lohnt sich Jura überhaupt noch? Wird ein Radiologe in fünfzehn Jahren noch gebraucht? Soll mein Kind lieber etwas Handfestes machen?

Es wäre ein Leichtes, darauf eine Antwort zu verkaufen. Eine Liste, sortiert nach Automatisierungsrisiko, mit grünen und roten Feldern. Solche Listen kursieren, und sie finden Leser. Ich halte sie für unseriös — und der Grund dafür lässt sich an einem einzigen, gut dokumentierten Fall zeigen.

Am 27. Oktober 2016 saß Geoffrey Hinton auf einer Konferenz des Creative Destruction Lab an der Rotman School of Management in Toronto, gemeinsam mit Yoshua Bengio und Richard Sutton. Hinton gilt als einer der Väter des Deep Learning; er hat 2018 den Turing Award erhalten und 2024 den Nobelpreis für Physik. Wenn irgendjemand auf diesem Planeten die Leistungsfähigkeit neuronaler Netze einschätzen konnte, dann er. Er sagte:

„People should stop training radiologists now. It’s just completely obvious that within 5 years deep learning is going to do better than radiologists.“

„Man sollte ab sofort aufhören, Radiologen auszubilden. Es ist einfach vollkommen offensichtlich, dass Deep Learning innerhalb von fünf Jahren besser sein wird als Radiologen.“

Geoffrey Hinton, Konferenz „Machine Learning and the Market for Intelligence“, Creative Destruction Lab, University of Toronto, 27.10.2016. Videomitschnitt „Geoff Hinton: On Radiology“, veröffentlicht 24.11.2016. Zitiert u. a. in Radiologia Brasileira (PMC7720669) und The New Yorker, 03.04.2017. Übersetzung: Eleva.

Das war keine Provokation am Rand einer Veranstaltung. Es war eine Empfehlung an junge Menschen, einen Berufsweg nicht einzuschlagen — und sie wurde gehört. Assistenzärzte haben später öffentlich beschrieben, wie dieser Satz ihre Fachwahl beeinflusst hat.

02 · Zehn Jahre später

Was tatsächlich passiert ist

Zehn Jahre sind vergangen. Der Fünfjahreshorizont ist doppelt abgelaufen. Die Zahlen stammen aus dem Journal of the American College of Radiology und vom Neiman Health Policy Institute — also aus dem Fach selbst, nicht aus der Technikpresse:

Praktizierende Radiologen in den USA2010–2022
34.328 → 38.306 (+12 %)
Weiterbildungsplätze Radiologie2010–2025
1.090 → 1.449 (+33 %)
Besetzungsquote im Match2026; diagnostische Radiologie 98,0 %
97,6 % aller Radiologie-Stellen
Untersuchungen je Radiologe und TagDurchschnitt 2018–2024; im obersten Quartil +31 %
49,1 → 49,4 (+0,6 %)
Durchschnittsgehalt2025, Bericht 2026
571.000 USD, dritthöchste Fachrichtung

Der Beruf ist nicht verschwunden. Er ist gewachsen — und der Berufsverband meldet für die USA einen ausgeprägten Mangel an Radiologinnen und Radiologen. Nicht trotz der Technik, sondern zum Teil wegen ihr: Bildgebung wurde schneller und billiger, also wird mehr davon angefordert. An der Mayo Clinic ist die Zahl der Radiologen seit 2016 um 55 Prozent auf rund 400 gestiegen — das ist der einzige der hier genannten Werte, der sich exakt auf den Zeitraum nach Hintons Aussage bezieht.

Ehrlicherweise gehört eine Einschränkung dazu: Pro Kopf der Bevölkerung ist die Zahl nur von 11,1 auf 11,5 Radiologen je 100.000 Einwohner gestiegen. Der Beruf boomt also nicht, er hält gerade so Schritt. Aber die Richtung ist eindeutig das Gegenteil dessen, was 2016 vorhergesagt wurde.

03 · Die Korrektur

Hinton hat den Irrtum selbst eingeräumt

Was diesen Fall lehrreich statt hämisch macht: Hinton hat die Fehlprognose offen korrigiert. Im Dezember 2023 sagte er im Gespräch mit dem Kardiologen Eric Topol:

„So in 2016, I made a daring and incorrect prediction … I meant it for interpreting medical scans, not for doing everything a radiologist does, and I was wrong about that. … I think I was off by about a factor of three, but I’m still convinced I was completely right in the long term.“

„2016 habe ich eine kühne und falsche Vorhersage gemacht … Ich meinte damit die Befundung von Aufnahmen, nicht alles, was ein Radiologe tut — und darin habe ich mich geirrt. … Ich glaube, ich lag um etwa den Faktor drei daneben, bin aber weiterhin überzeugt, dass ich langfristig völlig recht hatte.“

Geoffrey Hinton im Gespräch mit Eric Topol, Podcast „Ground Truths“, Transkript veröffentlicht am 08.12.2023. Gegenüber der New York Times ergänzte er im Mai 2025 sinngemäß, er habe sich beim Zeitpunkt geirrt, nicht in der Richtung, und er habe 2016 zu pauschal gesprochen — gemeint gewesen sei allein die Bildbefundung (Steve Lohr, NYT, 14.05.2025). Übersetzung: Eleva.

Bemerkenswert ist der zweite Teil. Hinton hält an der Richtung fest — und das könnte sich als richtig erweisen. Nur ist genau das der Punkt: Wenn der weltweit kompetenteste Beurteiler dieser Technik beim Zeithorizont um den Faktor drei danebenliegt, dann ist der Zeithorizont die eigentlich entscheidende Größe. Für ein Kind, das jetzt vor der Studienwahl steht, ist es der ganze Unterschied, ob eine Veränderung in fünf oder in fünfzehn Jahren greift.

04 · Der Forschungsstand

Die Fachleute streiten um den Faktor fünf

Man könnte einwenden, Hinton sei Informatiker und kein Arbeitsmarktforscher. Also sehen wir uns die Arbeitsmarktforschung an. Vier große Studien, dieselbe Grundfrage, ein Jahrzehnt:

47 %

Frey & Osborne, Oxford (2013)

der US-Beschäftigung in der Hochrisiko-Kategorie. Methode: 702 Berufe, davon 70 von Hand eingestuft, der Rest per Modell hochgerechnet.

9 %

OECD / Arntz, Gregory, Zierahn (2016)

im Schnitt von 21 OECD-Ländern — für Deutschland und Österreich 12 %. Methode: nicht Berufe, sondern einzelne Tätigkeiten.

14 %

OECD / Nedelkoska & Quintini (2018)

über 32 Länder, für Deutschland 18 %. Dieselbe Methode auf einen anderen deutschen Datensatz angewandt ergab 33 %.

38 %

IAB, Nürnberg (2024, Bezugsjahr 2022)

der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland arbeiten in Berufen, in denen Maschinen mehr als 70 % der Tätigkeiten schon heute übernehmen könnten.

Ein Hinweis zur Redlichkeit, den die meisten Artikel weglassen: Diese Zahlen messen nicht dasselbe. Das IAB erfasst den Anteil der Beschäftigten in Berufen mit hohem Tätigkeitsanteil, die OECD den Anteil einzelner Arbeitsplätze mit hoher Automatisierungswahrscheinlichkeit. Wer 38 gegen 12 Prozent stellt, vergleicht Ungleiches. Und Frey und Osborne haben selbst geschrieben, sie machten „no attempt to estimate the number of jobs that will actually be automated“ — sie schätzen technische Machbarkeit, nicht Stellenabbau.

Aber selbst nach dieser Korrektur bleibt die Spannbreite gewaltig. Und der Befund von Nedelkoska und Quintini ist der unbequemste von allen: dieselbe Methode, dasselbe Land, zwei Datensätze — 18 gegen 33 Prozent. Nedelkoska und Quintini schreiben dazu, man müsse „very cautious“ sein, wenn man solche Ergebnisse interpretiere.

Daron Acemoglu, Wirtschaftsnobelpreisträger 2024, hat 2024 durchgerechnet, was sich davon in einem Jahrzehnt gesamtwirtschaftlich niederschlägt: rund 20 Prozent der Tätigkeiten sind KI-exponiert, davon etwa 23 Prozent innerhalb von zehn Jahren so automatisierbar, dass es sich auch rechnet — macht 4,6 Prozent aller Tätigkeiten und einen Produktivitätseffekt von höchstens 0,66 Prozent über zehn Jahre, also etwa 0,064 Prozent im Jahr. Sein Urteil über die gängigen Erwartungen fällt knapp aus:

„Yet neither economic theory nor the data support such exuberant forecasts.“

„Doch weder die ökonomische Theorie noch die Daten stützen solch überschwängliche Prognosen.“

Daron Acemoglu, „Don’t Believe the AI Hype“, Project Syndicate, 21.05.2024. Berechnungen aus: The Simple Macroeconomics of AI, Economic Policy 40(121), 2025, S. 13–58. Übersetzung: Eleva.

Man muss Acemoglu nicht folgen — es gibt seriöse Fachleute, die deutlich größere Effekte erwarten. Über die Größenordnung streiten die führenden Ökonomen des Fachs untereinander. Wer Ihnen sagt, welche Studiengänge sicher sind, verkauft Ihnen eine Gewissheit, die die Forschung nicht hergibt.

05 · Der Konsens

Was sich stattdessen belegen lässt

Eine Beobachtung teilen beide Lager. Sie stammt vom MIT-Ökonomen David Autor, einem der meistzitierten Arbeitsmarktforscher überhaupt. Er hat schon 2015 beschrieben, warum Prognosen systematisch in dieselbe Richtung falsch liegen:

„[J]ournalists and even expert commentators tend to overstate the extent of machine substitution for human labor and ignore the strong complementarities between automation and labor that increase productivity, raise earnings, and augment demand for labor.“

„Journalisten und selbst ausgewiesene Fachleute neigen dazu, das Ausmaß zu überschätzen, in dem Maschinen menschliche Arbeit ersetzen — und übersehen dabei die starken Komplementaritäten zwischen Automatisierung und Arbeit, die die Produktivität steigern, die Einkommen erhöhen und die Nachfrage nach Arbeit vergrößern.“

David H. Autor, „Why Are There Still So Many Jobs? The History and Future of Workplace Automation“, Journal of Economic Perspectives 29(3), Sommer 2015, S. 5. Übersetzung: Eleva.

David Autor hat den Gedanken 2024 zugespitzt, und diese Fassung ist für die Studienwahl die entscheidende. Nicht Berufe seien die richtige Betrachtungseinheit, sondern Expertise — die Kompetenz, die nötig ist, um eine bestimmte Aufgabe zu bewältigen, und die dann einen Marktwert hat, wenn sie sowohl notwendig als auch knapp ist.

„Expertise is the primary source of labor’s value in the US and other industrialized countries. … The risk is the devaluation of expertise. A future where humans supply only generic, undifferentiated labor is one where no one is an expert because everyone is an expert.“

„Expertise ist die primäre Quelle des Werts von Arbeit in den USA und anderen Industrieländern. … Das Risiko ist die Entwertung von Expertise. Eine Zukunft, in der Menschen nur noch generische, ununterscheidbare Arbeit anbieten, ist eine, in der niemand Experte ist, weil jeder Experte ist.“

David H. Autor, „Applying AI to Rebuild Middle Class Jobs“, NBER Working Paper 32140, Februar 2024, S. 1 und S. 15. Parallel erschienen in Noema Magazine, 12.02.2024. Übersetzung: Eleva.

Damit muss man anders fragen — und die neue Frage lässt sich prüfen. Sie lautet nicht mehr: Überlebt dieser Beruf? Sondern: Baut dieser Bildungsweg eine Expertise auf, die knapp bleibt und gebraucht wird — und was genau hält sie knapp?

06 · Berufseinsteiger

Der Befund, der Ihr Kind betrifft

Bis hierher könnte man den Eindruck gewinnen, ich wolle beruhigen. Das wäre ein Missverständnis. Es gibt einen aktuellen empirischen Befund, der genau die Altersgruppe betrifft, um die es hier geht — und er ist ernst.

Das Stanford Digital Economy Lab wertet ADP-Lohndaten aus den USA bis Juni 2026 aus. In der Fassung vom 12. August 2026 liegt die Beschäftigung der 22- bis 25-Jährigen in KI-exponierten Berufen 19 Prozent unter der Entwicklung weniger exponierter Gleichaltriger. Der Abstand entsteht vor allem durch weniger Einstellungen. Einen vergleichbaren Abstand bei erfahrenen Beschäftigten oder flächendeckende Arbeitsplatzverdrängung finden die Autoren nicht.

Die Autoren betonen die Grenzen: Bildungskontrollen schwächen den Befund ab, manche Trends beginnen bereits vor generativer KI, und die ADP-Stichprobe zeigt stärkere Unterschiede als nationale Befragungen. Es handelt sich um einen beschreibenden Frühindikator, keinen Kausalnachweis. Originalfassung und Einordnung der Autoren.

Meine Schlussfolgerung für die Studienwahl: Schauen wir genauer hin, wie Ihr Kind erste fachliche Erfahrung sammeln kann. Das ist ein sinnvolles Vergleichskriterium für Studiengänge, keine Vorhersage seiner späteren Beschäftigungschancen.

Ethan Mollick, Professor an der Wharton School, hat den Mechanismus dahinter beschrieben, und seine Erklärung ist unangenehm plausibel: Das klassische Ausbildungsverhältnis im Beruf beruhte darauf, dass jemand Berufsanfängern langweilige Aufgaben gab und dafür Rückmeldung und Anleitung bot. Beides bricht weg, wenn die Aufgaben schneller an ein Modell gehen.

„The early workplace is under a lot of threat because the old apprenticeship model just broke. … And the middle manager’s goal was to give work to a junior person who’s not great, and give them feedback so they get better, so that the middle manager has to do less work. And that broke because the middle manager would rather assign work to the AI.“

„Der Berufseinstieg ist stark bedroht, weil das alte Ausbildungsmodell schlicht zerbrochen ist. … Die Aufgabe der mittleren Führungsebene war es, Arbeit an jemanden Unerfahrenes zu geben und Rückmeldung zu liefern, damit diese Person besser wird … Und das ist zerbrochen, weil die Führungskraft die Arbeit lieber der KI gibt.“

Ethan Mollick, The Wharton School, University of Pennsylvania, im Gespräch mit Tom Rachman, AI Policy Perspectives, 22.04.2026. Übersetzung: Eleva.

Für eine konkrete Entscheidung prüfen wir deshalb, welche Praktika und Praxisprojekte ein Studiengang vorsieht, wie sie betreut werden und ob sie zu den Interessen Ihres Kindes passen. Solche Unterschiede lassen sich im Modulhandbuch und bei der Studienberatung klären. Daraus entsteht ein begründeter Vergleich der Angebote.

Brynjolfsson hat aus seinen Befunden im Januar 2026 eine Folgerung gezogen, die sich gut merken lässt. Jede wertvolle Tätigkeit zerfalle in drei Phasen: die richtige Frage stellen, sie ausführen, das Ergebnis bewerten. Gut seien Maschinen derzeit vor allem in der mittleren.

„As execution becomes commoditized, the bottleneck—and the value—shifts to asking the right questions and evaluating results. … We will be the architects; the AI will be the builders.“

„Wenn die Ausführung zur Massenware wird, verschiebt sich der Engpass — und damit der Wert — hin zum Stellen der richtigen Fragen und zum Bewerten der Ergebnisse. … Wir werden die Architekten sein; die KI baut.“

Erik Brynjolfsson: „AI Changed Work Forever in 2025“, TIME, 02.01.2026. Theoretischer Hintergrund: „The Turing Trap“, Daedalus 151(2), Frühjahr 2022, S. 272–287. Übersetzung: Eleva.

Für die Studienwahl heißt das nicht, ein bestimmtes Fach zu wählen. Es heißt, bei jedem Fach zu fragen: Bringt dieses Studium meinem Kind bei, gute Fragen zu stellen und Ergebnisse zu beurteilen — oder vor allem, Arbeitsschritte auszuführen? Diese Frage lässt sich an einem Modulhandbuch beantworten. Die Frage nach der Zukunft des Berufs nicht.

07 · Die Gegenrechnung

Lohnt sich ein Studium dann überhaupt noch?

Diese Frage kommt an dieser Stelle fast immer, und sie ist berechtigt. Wenn der Berufseinstieg schwerer wird und niemand weiß, welche Tätigkeiten bleiben — warum dann sechs Jahre und womöglich sechsstellige Beträge in einen akademischen Weg stecken?

Die Antwort fällt differenzierter aus, als beide Lager es gern hätten — warum das Silicon Valley trotzdem vom Studium abrät und was von diesem Rat standhält, habe ich separat geprüft. Was der Arbeitsmarkt belohnt, ist nicht ein bestimmtes Fach. Es ist der qualifizierte Abschluss — und der Abstand zu denen, die keinen haben, ist größer als jeder Unterschied zwischen zwei Studiengängen.

Arbeitslosenquote mit Hochschulabschluss2025 — erstmals seit 2007 wieder über drei Prozent
3,3 %
Arbeitslosenquote ohne beruflichen Abschluss2025 — mehr als jede fünfte Person
über 20 %

Beide Zahlen zusammen ergeben die ehrliche Auskunft. Der Abstand zwischen Abschluss und keinem Abschluss beträgt den Faktor sechs — das ist der mit Abstand größte Unterschied, den die Statistik in dieser Frage kennt. Der Abstand zwischen einem akademischen und einem qualifizierten beruflichen Abschluss ist dagegen in den vergangenen Jahren kleiner geworden. Und die 3,3 Prozent liegen erstmals seit 2007 wieder über der Drei-Prozent-Marke: Ein Studium ist keine Versicherung mehr, falls es je eine war.

Für eine Familie heißt das: Die entscheidende Frage ist selten „Studium ja oder nein", sondern welche Studienform zu Ihrem Kind passt. Ein duales Studium verbindet den Abschluss mit drei Jahren dokumentierter Praxis und einem Arbeitgeber, der die Person kennt — genau das, was nach dem Befund von Brynjolfsson und Mollick knapp geworden ist. Ein klassischer Vollzeitstudiengang lässt dafür mehr Spielraum bei Fachwahl, Auslandsaufenthalt und späterer Spezialisierung. Beides sind Studienwege, und beide führen zu einem Abschluss — sie unterscheiden sich darin, wann die Praxis kommt.

Deshalb prüfe ich in einem Mandat beide Formen. Für einen Arztberuf führt kein Weg am klassischen Studium vorbei, weil das Recht es so vorschreibt. In Wirtschaft, Technik und Informatik ist der duale Weg häufig der schnellere Einstieg — und manchmal der bessere. Welcher es für Ihr Kind ist, lässt sich an den vier folgenden Merkmalen prüfen, statt es zu glauben.

08 · Die Prüfliste

Vier Merkmale, die sich prüfen lassen

Damit sind wir bei etwas, das ohne Prognose auskommt: Studienordnungen, Zugangsrecht, Haftungsregeln. Vier Merkmale wiegen dabei am schwersten.

I.

Breite der Grundlagen

Wer Mathematik, Statistik und wissenschaftliches Arbeiten beherrscht, kann die Fachrichtung wechseln. Wer ein Werkzeug gelernt hat, kann es nicht. Der Unterschied steht im Modulhandbuch: Wie viele Semester gehen in methodische Grundlagen, wie viele in anwendungsspezifische Software? Ein Studiengang, der früh spezialisiert, kauft Berufsfähigkeit auf Kosten von Beweglichkeit — ein Tausch, der sich in stabilen Zeiten lohnt und in unruhigen nicht.

II.

Regulierter Berufszugang

Approbation, Kammerzulassung, staatliche Prüfung: Wo der Zugang rechtlich geregelt ist, entscheidet nicht der Markt allein, wer die Arbeit tun darf. Das ist keine Prognose, sondern geltendes Recht — und Recht ändert sich langsamer als Technik. Ein Medizin- oder Rechtsstudium steht deshalb strukturell anders da als ein Studiengang, dessen Absolventen mit Quereinsteigern konkurrieren. Das sagt nichts darüber, wie die Arbeit künftig aussieht. Es sagt etwas darüber, wer sie ausüben darf.

III.

Anschlussfähigkeit nach dem Bachelor

Aus wie vielen Masterprogrammen kann Ihr Kind nach diesem Bachelor wählen? Das ist auszählbar, nicht zu schätzen. Ein Abschluss, der auf drei weiterführende Wege führt, ist robuster als einer, der auf einen führt — unabhängig davon, welcher der beiden heute attraktiver klingt. Diese Zahl steht in keinem Ranking; man muss sie in den Zugangsordnungen nachsehen.

IV.

Bindung an persönliche Verantwortung

Es gibt Tätigkeiten, bei denen jemand mit Namen haften muss: der Arzt für die Diagnose, die Anwältin für den Schriftsatz, der Prüfingenieur für das Gutachten. Diese Bindung ist kein technisches, sondern ein rechtliches und gesellschaftliches Merkmal. Wo sie besteht, braucht es eine Person — auch dann, wenn ein Modell die Vorarbeit übernimmt. Genau das ist übrigens der Grund, warum die Radiologie nicht verschwunden ist: Die Befundung ist rechenschaftspflichtig, und Rechenschaft braucht einen Namen.

Familien, die mit diesen vier Merkmalen im Rücken zu mir kommen, fragen fast nie mehr nach dem Fach. Sie fragen nach dem Weg. Medizin etwa ist nach allen vier Merkmalen robust — nur entscheidet sich für ein Kind mit einem Schnitt von 1,3 eben nicht am Fach, ob es Ärztin wird, sondern daran, ob der Weg über die Abiturbestenquote, das Auswahlverfahren der Hochschulen, den letzten regulären TMS, Groningen oder eine britische Route führt — und ob der Abschluss am Ende zur deutschen Approbation führt. Dort liegen die Fehler, die zwei Jahre kosten — und nicht bei der Fachwahl. Diese Wege habe ich einzeln durchgerechnet: Medizin ohne 1,0 — welche Wege jetzt wirklich offen sind.

09 · Die Gegenseite

Was die sagen, die diese Systeme bauen

Ein letzter Blick, und zwar auf die Gegenseite. Demis Hassabis leitet Google DeepMind und hat 2024 den Nobelpreis für Chemie erhalten. Wenn jemand ein Interesse daran hätte, klassische Bildungswege für überholt zu erklären, dann er. Auf die Frage, was Studierende heute lernen sollten, antwortete er im September 2025 in Athen:

„What about the meta-skills of learning to learn? You know, learning about yourself, what conditions do you learn best under? … One thing we’ll know for sure is you’re gonna have to continually learn I think throughout your career. … I would still advocate the core learnings in STEM, mathematics, physics.“

„Was ist mit der Meta-Fähigkeit des Lernen-Lernens? Sich selbst kennenzulernen: Unter welchen Bedingungen lernen Sie am besten? … Das Einzige, was wir sicher wissen, ist, dass Sie wohl Ihr ganzes Berufsleben lang weiterlernen müssen. … Aber ich würde weiterhin zu den Grundlagen in MINT raten, Mathematik, Physik.“

Demis Hassabis, Athens Innovation Summit, Odeon des Herodes Atticus, Athen, 12.09.2025. Transkript des Veranstalters Endeavor Greece, veröffentlicht am 17.09.2025. Übersetzung: Eleva.

Fei-Fei Li, Informatikprofessorin in Stanford und eine der Begründerinnen des modernen maschinellen Sehens, hat das vor Erstsemestern in Princeton am Beispiel der Medizin gesagt — einem Feld, in dem sie KI ausdrücklich für ein mächtiges Werkzeug hält:

„I firmly believe AI can be a very powerful tool for healthcare delivery and medicine in general, but this is an industry whose mission, at bottom, is humans taking care of humans. There are places where no machine can go: when a human needs a human, whether it’s a loved one or a professional one or a team, or a combination. And I think that’s how we know that AI will never replace our humanity.“

„Ich bin fest davon überzeugt, dass KI ein sehr mächtiges Werkzeug für die Gesundheitsversorgung und die Medizin insgesamt sein kann. Aber dies ist ein Feld, dessen Auftrag im Kern darin besteht, dass Menschen sich um Menschen kümmern. Es gibt Orte, an die keine Maschine gelangen kann: wenn ein Mensch einen Menschen braucht — einen Angehörigen, eine Fachkraft, ein Team oder alles zusammen. Und daran, denke ich, erkennen wir, dass KI unsere Menschlichkeit nie ersetzen wird.“

Fei-Fei Li beim Pre-read Assembly der Princeton University, Jadwin Gymnasium, Anfang September 2024, im Gespräch mit Präsident Christopher L. Eisgruber. Wiedergabe: Princeton University News vom 06.09.2024. Übersetzung: Eleva.

Der Satz gilt zunächst für die Medizin. Er beschreibt aber ein Merkmal, das sich auf andere Felder übertragen lässt und das oben als viertes Kriterium steht: Wo eine Aufgabe daran hängt, dass ein Mensch für sie geradesteht, verschwindet sie nicht, weil ein Modell sie schneller vorbereiten kann.

10 · Einordnung

Was daraus für die Entscheidung folgt

Diese vier Merkmale ersetzen keine Neigung. Ein Kind, das nicht in die Medizin will, wird dort auch nicht dadurch glücklich, dass der Beruf reguliert ist. Sie sind ein Filter, kein Kompass.

Aber sie verändern die Art des Gesprächs. Statt zu raten, welche Branche in zwanzig Jahren floriert, prüfen wir, wie viele Türen ein bestimmter Weg offenlässt und wie schnell sie sich schließen, wenn sich die Annahmen ändern. In einem Pfad-Bericht steht deshalb zu jeder Route, auf welcher Annahme sie beruht, was passiert, wenn diese Annahme nicht eintritt, und welcher Weg dann noch offen ist. Nicht, weil ich die Zukunft kenne, sondern ausdrücklich, weil ich sie nicht kenne. Wie das aussieht, können Sie an einem achtseitigen Auszug aus einem Musterbericht nachlesen, bevor Sie mit mir sprechen.

Das ist kein methodischer Zierrat. Es ist die einzige Konsequenz, die sich aus dem Befund dieses Beitrags redlich ziehen lässt: Wenn seriöse Schätzungen um den Faktor fünf auseinanderliegen und ein Nobelpreisträger um den Faktor drei irrt, dann muss eine Entscheidung so gebaut sein, dass sie auch dann noch standhält, wenn die Annahme darunter falsch war.

Der Kern

Die Frage ist nicht, welcher Beruf die KI übersteht. Die Frage ist, welcher Bildungsweg Ihrem Kind die meisten Möglichkeiten offenhält, wenn niemand weiß, was kommt.

Was ich Ihnen nicht sage

Ich sage Ihnen nicht, dass Informatik sicher ist, weil es um Technik geht — die Programmierarbeit hat sich bereits stärker verändert als die meisten anderen akademischen Tätigkeiten. Ich sage Ihnen auch nicht, dass Geisteswissenschaften verloren sind; die Fähigkeit, einen Text auf seine Voraussetzungen hin zu prüfen, wird eher wertvoller, wenn Texte beliebig herstellbar werden.

Was ich Ihnen sage: Beide Aussagen wären Meinungen. Und Meinungen sind eine schlechte Grundlage für eine Entscheidung, die sechs Jahre und womöglich sechsstellige Beträge bindet.

Was ich stattdessen liefere, ist Nachprüfbarkeit. Jede Zahl in diesem Beitrag ist unten belegt, mit Fundstelle und Datum. Sie können jede einzelne davon selbst nachschlagen.

Was dieser Beitrag nicht leisten kann

Die vier Merkmale können Sie ab heute selbst anwenden. Ein Modulhandbuch, eine Zugangsordnung, ein ruhiger Abend — für einen Studiengang reicht das. Deshalb steht der Beitrag hier und nicht hinter einer Anmeldung.

Der Aufwand kommt danach. Schon der Vergleich mehrerer Studiengänge kann umfangreiche Recherche erfordern. Und die Angabe, auf die es ankommt, steht selten dort, wo man sie sucht. Ein Beispiel von einer offiziellen Zulassungsseite: Der englischsprachige Medizin-Bachelor in Maastricht wurde zum Studienjahr 2026/27 eingestellt. Internationale Bewerberinnen bewerben sich seither auf den niederländischsprachigen Studiengang und benötigen einen anerkannten Niederländischnachweis, etwa NT2-II. Diese eine Zeile auf einer Zulassungsseite entscheidet über eine ganze Route. In keinem Ranking steht sie.

Eine zusätzliche Perspektive kann die Entscheidung erleichtern. Sie kennen Ihr Kind; es bringt eigene Wünsche mit. Ich ergänze diese Sichtweisen um die Recherche und den Vergleich konkreter Studienwege. Im Gespräch halten wir fest, worin Sie übereinstimmen, was noch offen ist und welche Information für die Entscheidung fehlt.

Denn die Frage, die am Ende wirklich auf dem Tisch liegt, klingt nicht nach Methodik. Sie klingt so: Unsere Tochter will Jura studieren. Ergibt das heute noch Sinn?

Darauf gibt es keine allgemeine Antwort — und beide schnellen Antworten sind falsch. „Natürlich, Anwälte wird es immer geben" ignoriert, dass sich die juristische Einstiegsarbeit gerade schneller verändert als fast jede andere akademische Tätigkeit. „Bloß nicht, das macht bald die KI" ignoriert, dass der Zugang zum Beruf über die Kammern rechtlich geregelt ist und dass jeder Schriftsatz einen Namen trägt, der dafür haftet. Die brauchbare Antwort liegt dazwischen, und sie hängt an Dingen, die man für dieses eine Kind prüfen muss: an welcher Fakultät, mit welchem Schwerpunkt, mit welchem zweiten Standbein, und mit welcher Alternative, falls sich der erste Weg nicht öffnet.

Beides gehört in eine ernsthafte Beratung: was Ihr Kind will — und was davon sich halten lässt. Das eine ohne das andere führt entweder zu einer Entscheidung, die niemand durchhält, oder zu einer, die niemand wollte. Für Jura habe ich diese Zwischenantwort inzwischen ausgearbeitet — mit Prüfungsstatistik, Kosten und Marktlage: Lohnt sich Jura im Zeitalter von KI noch? In einem begleiteten Prozess prüfe ich beide Seiten und lege Ihnen das Ergebnis schriftlich vor: drei geprüfte Wege, nachvollziehbare Kostenannahmen und offene Fragen, datiert und unterschrieben. Für den konkreten Weg prüfen wir etwa die Zulassungsordnung und das Modulhandbuch; notwendige Auskünfte einer Anerkennungsstelle halten wir als nächsten Schritt fest, solange sie noch fehlen. Ein fiktives Beispiel zeigt der Muster-Bericht: Zwei Wege werden mit Budgetrechnungen verglichen; eine dritte Option scheidet wegen einer festen Sprachvorgabe der Beispielfamilie aus.

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Häufige Fragen

Was soll mein Kind angesichts von KI studieren?

Eine Fachempfehlung aus Prognosen lässt sich nicht seriös ableiten: Vorhersagen zu einzelnen Berufen treffen regelmäßig nicht ein. 2016 riet der später mit dem Nobelpreis ausgezeichnete Geoffrey Hinton öffentlich davon ab, weiter Radiologen auszubilden; zwischen 2010 und 2022 stieg deren Zahl in den USA um zwölf Prozent, und Hinton räumte später ein, sich „um etwa den Faktor drei“ verschätzt zu haben. Prüfen lassen sich dagegen vier Merkmale eines Studiengangs: die Breite der Grundlagen, ein gesetzlich geregelter Berufszugang, die Anschlussfähigkeit nach dem Bachelor und die Bindung an persönliche Verantwortung. Sie stehen in Studienordnung, Zugangsrecht und Haftungsregeln.

Welche Studiengänge sind zukunftssicher?

Eine Liste sicherer Fächer gibt die Forschung nicht her. Die Schätzungen, wie viele Tätigkeiten sich automatisieren lassen, reichen von 9 Prozent (OECD, 2016) über 14 Prozent (OECD, 2018) bis 47 Prozent (Frey und Osborne, 2013); das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung nennt für Deutschland 38 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Berufen, in denen Maschinen mehr als 70 Prozent der Tätigkeiten übernehmen könnten (Bezugsjahr 2022). Diese Spannbreite entsteht durch unterschiedliche Methoden und Grundgesamtheiten, nicht durch neue Erkenntnisse.

Ersetzt KI ganze Berufe?

Die Stanford-Auswertung vom August 2026 findet eine relative Beschäftigungslücke von 19 Prozent für 22- bis 25-Jährige in KI-exponierten Berufen gegenüber weniger exponierten Gleichaltrigen. Das ist ein beschreibender US-Befund, kein Kausalnachweis oder Beleg für flächendeckenden Arbeitsplatzverlust.

Lohnt sich ein Studium trotz KI noch?

Gemessen am Arbeitsmarkt ja, aber der Abstand zur beruflichen Ausbildung ist kleiner geworden. Die Arbeitslosenquote von Akademikern lag 2025 bei 3,3 Prozent und damit erstmals seit 2007 wieder über drei Prozent; ohne qualifizierten Abschluss ist mehr als jeder Fünfte arbeitslos. Der Lebensverdienst eines Hochschulstudiums liegt nach Rechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung rund 1,07 Millionen Euro über dem von Beschäftigten ohne Berufsabschluss. Der größte Unterschied besteht also zwischen Abschluss und keinem Abschluss, nicht zwischen Studium und Ausbildung.

Woran erkennt man einen robusten Studiengang?

An vier Merkmalen, die sich ohne Prognose nachschlagen lassen. Erstens die Breite der Grundlagen: Wer Mathematik, Statistik und wissenschaftliches Arbeiten beherrscht, kann die Fachrichtung wechseln. Zweitens ein rechtlich geregelter Berufszugang wie Approbation, Kammerzulassung oder Staatsprüfung. Drittens die Anschlussfähigkeit: Aus wie vielen Masterprogrammen lässt sich nach diesem Bachelor wählen? Das ist auszählbar. Viertens die Bindung an persönliche Verantwortung: Tätigkeiten, für die ein Mensch mit Namen haftet, verschwinden nicht durch Automatisierung.

Quellen und weiterführende Literatur

  1. 1.Hinton, Geoffrey (2016): Beitrag auf der Konferenz „Machine Learning and the Market for Intelligence“, Creative Destruction Lab, Rotman School of Management, University of Toronto, 27.10.2016. Videomitschnitt „Geoff Hinton: On Radiology“, veröffentlicht 24.11.2016. Zitiert in: Radiologia Brasileira (PMC7720669) sowie Mukherjee, Siddhartha: „A.I. Versus M.D.“, The New Yorker, Ausgabe vom 03.04.2017.
  2. 2.Hinton, Geoffrey im Gespräch mit Eric Topol: „Ground Truths“, Transkript veröffentlicht 08.12.2023. Ergänzend: Lohr, Steve: „Your A.I. Radiologist Will Not Be With You Soon“, The New York Times, 14.05.2025.
  3. 3.Malhotra, A. et al. (2026): The Evolving US Radiologist Pipeline. Journal of the American College of Radiology 23(8), 1587–1592. DOI 10.1016/j.jacr.2026.04.005. Zur Quelle ↗
  4. 4.Rula, Elizabeth Y. (2026): The Radiologist Shortage — A Workforce Update from HPI. ACR Bulletin, 05.02.2026. Neiman Health Policy Institute.
  5. 5.Frey, Carl Benedikt / Osborne, Michael A. (2013): The Future of Employment — How Susceptible Are Jobs to Computerisation? Oxford Martin School, 17.09.2013. Publiziert in: Technological Forecasting and Social Change 114 (2017), 254–280. Zur Quelle ↗
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  7. 7.Nedelkoska, Ljubica / Quintini, Glenda (2018): Automation, Skills Use and Training. OECD Working Paper No. 202, 14.03.2018. DOI 10.1787/2e2f4eea-en. Zur Quelle ↗
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  12. 12.Brynjolfsson, Erik (2022): The Turing Trap — The Promise and Peril of Human-Like Artificial Intelligence. Daedalus 151(2), 272–287. Zur Quelle ↗
  13. 13.Brynjolfsson, Erik / Chandar, Bharat / Chen, Ruyu (2025): Canaries in the Coal Mine? Six Facts about the Recent Employment Effects of Artificial Intelligence. Stanford Digital Economy Lab, Fassungen vom 13.11.2025 und August 2026. Zur Quelle ↗
  14. 14.Brynjolfsson, Erik (2026): AI Changed Work Forever in 2025. TIME, 02.01.2026.
  15. 15.Dell’Acqua, Fabrizio / McFowland III, Edward / Mollick, Ethan et al. (2023): Navigating the Jagged Technological Frontier. Harvard Business School Working Paper 24-013, 22.09.2023.
  16. 16.Mollick, Ethan (2026): Q&A with Ethan Mollick. AI Policy Perspectives, 22.04.2026. Zur Quelle ↗
  17. 17.Hassabis, Demis (2025): Gespräch beim Athens Innovation Summit, 12.09.2025. Transkript: Endeavor Greece.
  18. 18.Li, Fei-Fei (2024): Pre-read Assembly, Princeton University, Anfang September 2024. Wiedergabe: Princeton University News, 06.09.2024.
  19. 19.Medscape (2026): Physician Compensation Report 2026 — Vergütung nach Fachrichtung. Selbstberichtete Umfragedaten, keine amtliche Statistik.
  20. 20.US Radiology Imaging and Workforce Volumes 2017–2024: An Analysis of 46.4 Million Imaging Examinations From 167 Radiology Facilities. Journal of the American College of Radiology, 2025.
  21. 21.National Resident Matching Program (2026): Results and Data — 2026 Main Residency Match.
  22. 22.Statistik der Bundesagentur für Arbeit: Onlinebericht Akademikerinnen und Akademiker, Kapitel Arbeitslosigkeit. Stand Juli 2026. Zur Quelle ↗
  23. 23.World Economic Forum (2025): Future of Jobs Report 2025. Insight Report, Januar 2025.

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